Yoga ist Da-Sein.
Yoga im Alltag

Yoga ist Da-Sein

Yoga, Yoga, alle lieben Yoga. Aber was ist Yoga eigentlich und was braucht man dafür? Für mich hat es was mit Erkenntnis zu tun, über mich und darüber, sich selbst und die Dinge, die passieren gelassener zu nehmen, los zu lassen, auf die richtige Reihenfolge zu vertrauen und darauf, dass man sie oft nicht beeinflussen kann. Die Reihenfolge, und die Dinge.

„Yoga ist das Zur-Ruhe- Kommen des Geistes“, sagt mein Yogalehrer Ralph. Aber wie finde ich diese innere Ruhe?  Durch Atmen. Yoga ist Atmen. Die richtige Atmung (Pranayama), in Verbindung mit der Ausübung der Asanas (Stellungen), wird dich diesem Zustand näher bringen.

Atem als Träger des Lebens. Atmen beeinflusst die Energie, das Sprechen, Denken, alles. Wobei die beiden letztgenannten beim Yoga Pause haben.  Und das ist schwieriger als gedacht. Vor allem, wenn der Yogalehrer der Einzige ist, der reden darf. Und verbessert. Irgendwie überkommt einen dann immer dieses dringende Bedürfnis, sein Ego zu verteidigen, sich zu rechtfertigen, wieso der  Fuß nicht so steht, wie er sollte. Häufig wird der Fauxpas weggelacht oder erklärt oder sonst was. Anstatt sie einfach hinzunehmen,  die Korrektur, und sich zu konzentrieren. Ich nehme mich da nicht aus.

Nicht zu denken ist fast noch schwieriger, als nicht zu reden. Dabei macht es einen so viel leichter und freier, wenn das Gedankenkarussell einmal Pause hat. Konzentration auf das Jetzt und Hier, atha. Yoga ist achtsames und bewusstes Tun.

Ein guter Lehrer ist wichtig. Einer, dem etwas daran liegt, dir etwas zu vermitteln. Dabei sollte es ihm (oder ihr) um dich gehen. Darum, dir die richtige Atmung zu zeigen, die Übungen, dir die Lehre, die dahinter steht, ein Stück weit näher zu bringen. Wenn er sich in erster Linie selbst präsentieren möchte, die gestählte Figur, makellose Bräune, stylische Klamotte, dann ist er der Falsche. Leute, die in Indien waren, die Tradition des Yoga irgendwie leben oder verstehen, oder zumindest wirkliches Interesse daran haben sind mir lieber als solche, die eigentlich Aerobic Trainer sind, nun einen Crashkurs Yoga absolviert haben, weil das gerade Trend ist, wie Zumba  oder Piloxing oder wie die alle heißen.

Eine Matte zum Üben wäre noch gut. Irgend so ein schäbiges Ding aus Gummi, von mir aus mit einem alten Teppich darüber.

 

In diesem Sinne,
Namasté.